e ganze Tiefe eines einzigen Geräts: das Game Boy Museum

Ein Gastbeitrag von Dr. Marcel Pflug, Game Boy Museum
gameboymuseum.com

Das Gameorama zeigt die ganze Breite der Spielkultur, von Brettspielen über Flipper bis zur VR-Arena. Es gibt aber auch den umgekehrten Weg: sich ein einziges Gerät vorzunehmen und ihm bis in den letzten Winkel nachzugehen. Genau das tut das Game Boy Museum.

Was als Faszination für den grauen Nintendo Game Boy von 1989 begann, ist über mehr als 25 Jahre zu einer der weltweit umfassendsten Sammlungen rund um diesen einen Handheld geworden. Über 330 reale Objekte, alle physisch vorhanden, sorgfältig aufbewahrt und auf gameboymuseum.com Stück für Stück fotografiert und beschrieben. Online sichtbar, im Kern aber eine echte, greifbare Sammlung.

Ein Gerät, kompromisslos vollständig

Der Reiz liegt in der Konsequenz. Statt möglichst viele verschiedene Konsolen zu besitzen, geht es hier darum, rund um den DMG-01 wirklich alles zusammenzutragen, und zwar im

Originalzustand. Wo immer möglich originalverpackt und komplett, denn die Verpackung erzählt mit: Sie zeigt die Region, das Erscheinungsjahr und den Markt, für den ein Gerät gedacht war. Ein loser Game Boy ist ein Gegenstand, ein vollständiges Set ist ein Dokument.

Dieser Zustand ist selten geworden. Kartons zerfallen, Folien reissen, Anleitungen verschwinden, und das meiste landete irgendwann im Müll. Wer die Dinge heute vollständig bewahrt, hält ein Stück Alltagsgeschichte fest, das sonst unwiederbringlich verloren ginge.

Was «vollständig» wirklich heisst

Vollständigkeit bedeutet hier weit mehr als Konsolen. Zum Ökosystem des DMG-01 gehören die zahllosen Farb- und Regionalvarianten, das offizielle und inoffizielle Zubehör, die Peripheriegeräte, die Spiele selbst, Handbücher und Publikationen und ein erstaunlicher Kosmos an Merchandise.

Aus dieser Sammelleidenschaft ist ein bewusst gross gedachtes Ziel geworden: die umfassendste Wissensdatenbank rund um den originalen Game Boy zu werden.

Vom Objekt zum Wissen

Bewahren heisst dabei nicht nur lagern. Zu den Objekten entstehen ausführliche Journal-Beiträge und detaillierte Bildstrecken, die erzählen, was ein blosser Katalog nicht kann: die Geschichten dahinter, die kleinen Kuriositäten und das Lebensgefühl der frühen Neunziger. So bleibt auch erhalten, wie sich das Spielen auf diesem winzigen grünen Bildschirm damals angefühlt hat, selbst wenn die Technik irgendwann schweigt.

Breite trifft Tiefe

Am Ende ziehen das Gameorama und das Game Boy Museum am selben Strang, nur aus entgegengesetzter Richtung. Das eine öffnet die ganze Vielfalt des Spielens zum Ausprobieren, das andere bewahrt die Tiefe eines einzelnen, prägenden Geräts. Beides zusammen ergibt ein überraschend vollständiges Bild davon, was Games für Generationen bedeutet haben.

Wer nach einem Besuch im Gameorama Lust bekommt, tiefer in die Geschichte des kleinen Grauen einzutauchen, kann auf gameboymuseum.com die gesamte Sammlung durchstöbern, Objekt für Objekt.